Verkehrschaos statt Landidylle: Gurtis in Vorarlberg hätte der neue Standort für eine Deponie werden sollen. Das konnte Anrainerin Susanne S. mit ihrer Petition auf mein.aufstehn.at verhindern. Hier erzählen wir von ihrem erfolgreichen Einsatz für den Erhalt der Lebensqualität in Gurtis.
Deponie? Nein, danke!
Berge, Wald und Wiese: Die kleine Ortschaft Gurtis in Vorarlberg mit rund 310 Einwohner_innen gilt als ruhiger Rückzugsort. Genau hier war jedoch eine Bodenaushubdeponie geplant – ein Platz, an dem überschüssige Erde von Baustellen gesammelt wird.
Das hätte bedeutet, dass täglich bis zu 40 LKWs durch den Ort fahren – quer durch überwiegend bewohntes Gebiet, vorbei an zwei Volksschulen und durch enge Straßen. Ganze zehn Jahre lang sollte das so gehen. Mit Ruhe und Erholung wäre dann in Gurtis endgültig Schluss.

Gemeinsam die Stimme erheben
Susanne S. aus Gurtis beschließt, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen: Sie startet eine Petition auf mein.aufstehn.at. Darin appelliert sie an alle Beteiligten – den Bezirk, die Gemeinde, die Bevölkerung, die Grundstückseigentümer_innen, den zukünftigen Betreiber der Deponie – gemeinsam einen anderen Standort für das Bodenaushubmaterial zu suchen. Durch den Austausch aller Beteiligten erhofft sich Susanne eine Lösung, die Sicherheit, Lebensqualität und wirtschaftliche Interessen miteinander verbindet.
Susannes Anliegen bekommt viel Aufmerksamkeit. Nach weniger als einer Woche haben schon über 1.000 Menschen die Petition unterschrieben und Medien berichten über den Einsatz der Anrainer_innen für den Erhalt der Lebensqualität in ihrem Dorf.

Der Einsatz wirkt
Dank der Petition findet Susanne bei Entscheidungsträger_innen Gehör. Die Petitionsstarterin fragt beim Bludenzer Bezirkshauptmann nach einem Termin zur Übergabe der Petition. Im Gespräch fokussiert sie sich auf die Wünsche der Anrainer_innen und betont die Notwendigkeit, einen anderen Standort für besagte Deponie zu finden.
Am Abend desselben Tages organisiert die Gemeinde eine öffentliche Informationsveranstaltung. Neben Bewohner_innen aus Gurtis und Gemeindevertreter_innen ist auch der Unternehmer, der die Deponie betreiben möchte, vor Ort. Hier wird Platz für alle Fragen und Sorgen der Bevölkerung geschaffen. Am Ende der Diskussion dann die Überraschung: Der Unternehmer zieht seinen Antrag zur Bewilligung der Errichtung der Bodenaushubdeponie zurück. Gurtis bleibt ein Ort der Ruhe, Natur und Erholung.
“Dieses Ergebnis zeigt eindrucksvoll, wie viel möglich ist, wenn viele Menschen gemeinsam Verantwortung für ihren Lebensraum übernehmen und ihre Stimme erheben.”
– Petitionsstarterin Susanne S.
In ganz Österreich setzen sich Menschen, wie Susanne, für ihre Anliegen ein. Mit einer Petitionen auf mein.aufstehn.at finden sie Verbündete, machen auf ihre Themen Aufmerksam und können Entscheidungsträger_innen von ihren Forderungen überzeugen.
Du hast ein Thema, das dir am Herzen liegt? Starte deine eigene Petition auf mein.aufstehn.at und setze auch du dich für Veränderung ein.
Quellen:
[1] Asurnipal, CC BY-SA 4.0 (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Nenzing-Gurtis-Dorf-02_(cropped).jpg)
[2] Vorarlberger Nachrichten: Widerstand gegen Deponie in Gurtis wächst
[2] MDR, Lieber gleich berechtigt: Wie Frauen die Welt verändern