Klimastreik 2023: Zukunft für Alle!

Über 20.000 Menschen waren am 15. September beim Klimastreik in Wien dabei. Mit hunderten Trillerpfeifen, riesigem Banner und dutzenden Fahnen sorgten wir ordentlich für Aufmerksamkeit. Am Tag danach haben wir mit einer Kunstaktion im Künstlerhaus einen Blick in die Zukunft gewagt. Die Highlights kannst du hier nachlesen:

Freitag-Mittag in Wien-Mitte: Normalerweise brechen einige Menschen schon in ihr wohlverdientes Wochenende auf. Am Freitag, den 15. September, war es aber anders, denn da fand der Klimastreik 2023 seinen Auftakt. Vom Volksschulkind bis hin zur Pensionistin: Zu Tausenden versammelten wir uns bei strahlendem Sonnenschein in Wien-Mitte mit einer klaren Botschaft an die Politik: Handelt jetzt, es geht um unser aller Zukunft!

20.000 Menschen für eine lebenswerte Zukunft in Wien

Wie dringend notwendig Klimaschutzmaßnahmen sind, haben uns diesen Sommer die Extremwetterereignisse vorgeführt. Die Klimakrise ist längst auch bei uns angekommen. Doch noch haben wir ein Zeitfenster, um die schlimmsten Folgen einzudämmen. Aus diesem Grund haben sich über 20.000 Menschen – darunter auch viele Menschen aus der #aufstehn-Community – dem Klimastreik in Wien angeschlossen und gezeigt: Wir geben nicht auf, uns für unsere Zukunft einzusetzen! Und auch in den Bundesländern waren Tausende auf den Straßen.

Nach einem musikalischen Auftakt von Rapper Skero und starken Reden von Aktivist_innen bei Wien-Mitte ging’s dann schon los: Über den Schwarzenbergplatz und über den Ring Richtung Held_innenplatz. Mit lauten Parolen, hunderten von Trillerpfeifen und einem aufgeputzten Soundbike haben wir dafür gesorgt, dass die Politiker_innen uns nicht überhören konnten. Und: Der orange #aufstehn-Block stach mit dem riesigen Klimagerechtigkeit-Banner und dutzenden Fahnen und Luftballons ins Auge.

  • (c) #aufstehn/Clara Gottsauner-Wolf
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Es war ein unglaubliches Gefühl zu sehen, wie viele bereit sind, für eine lebenswerte Zukunft zu kämpfen. Das macht Mut und gibt Zuversicht, dass wir es mit vereinten Kräften schaffen werden, gescheite Klimaschutzmaßnahmen auf den Weg zu bringen. Unterstütze #aufstehn dabei mit einer Spende:

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Unser Blick in die Zukunft 2.0

Wie eine lebenswerte Zukunft aussehen kann, haben wir am Samstag nach dem Klimastreik gezeigt: Gemeinsam mit den Artists for Future und den 4 Grazien war #aufstehn beim Aktionstag HUMAN_NATURE im Wiener Künstlerhaus. Ein vier Meter langes Bild stand bereit: Zu Beginn zeigte es ein düsteres und graues Fabrikgelände. Pinselstrich um Pinselstrich verwandelten die Künstler_innen die Schlotlandschaft in eine Unterwasserwelt – sinnbildlich für saubere Gewässer und gesunde Meere, die wir erhalten wollen. 

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Unser Blick in die Zukunft

Am 20. April – kurz vor dem Tag der Erde, der jährlich am 22. April stattfindet – haben wir gemeinsam mit den “Artists For Future Austria” einen Blick in die Zukunft ermöglicht. Wie diese ausschauen kann und was es mit dem “Klimakasten” auf sich hat, das kannst du hier nachlesen:

Was wir uns wünschen

Ein 4 Meter langes Kunstwerk steht am Wiener Platz der Menschenrechte. Es zeigt eine düstere und graue Fabriklandschaft, Geldscheine fliegen lose herum, Rauchschwaden steigen auf – kein schöner Anblick. Sinnbildlich steht diese Landschaft für die Zukunft, auf die wir derzeit mit Volldampf zurasen, wenn Entscheidungsträger_innen in Politik und Wirtschaft jetzt nicht das Ruder herumreißen. 

Bei strahlendem Sonnenschein stellt sich der Künstler Jose Augusto Ramirez von den “Artists for Future Austria” vor die Leinwand. Er setzt den Pinsel an und beginnt. Pinselstrich um Pinselstrich verwandelt er das Bild. Und am Ende der Aktion ist das Kunstwerk fertig: Grüne Blätter, blaues Wasser, flatternde Vögel – Sinnbilder für die Zukunft, die wir uns wünschen.

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Wie wir das miese Ablenkungsmanöver durchschauen

Wissenschaftler_innen schlagen seit Jahrzehnten regelmäßig Alarm. Der Weltklimarat hat vor kurzem sogar gesagt, dass die Erderhitzung schneller verläuft als bisher angenommen [1]. Und was machen Politiker_innen? Sie blockieren weiterhin wichtige Gesetze und Maßnahmen! Und sind damit die Klimakiller-Kompliz_innen der Großkonzerne. Diese handeln bewusst klimaschädlich. Die Auswirkungen, die sie damit auf das Klima und unsere Gesundheit haben, sind ihnen egal, solange ihre Kassa klingelt und sie keine Konsequenzen zu befürchten haben. 

Mit ihrem Verhalten treiben uns Politik und Wirtschaft immer weiter in Richtung 3,2 Grad Erderhitzung [2]. Ein Plus von 2 Grad würde schon bedeuten, dass manche Sommer so heiß sind, dass das Hinausgehen tödlich sein kann. Bei 3,2 Grad drohen uns eine unkontrollierte Erderhitzungsspirale, Dürren und Hungersnöte [3]. Und dennoch handeln Entscheidungsträger_innen nicht nur nicht, sie lenken zusätzlich noch davon ab, dass sie es sind, die hier eigentlich Verantwortung tragen, indem sie mit erhobenem Zeigefinger auf Klima-Aktivist_innen schimpfen. Sie versuchen, sie einzuschüchtern, zu diffamieren und zu kriminalisieren.

 

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Wofür wir aufstehn

Mit der Kunstaktion “Blick in die Zukunft” zeigen wir, für welche Zukunft Klima-Aktivist_innen aufstehn. Nämlich eine lebenswerte Erde für uns alle – und für künftige Generationen. Während Jose diese auf die Leinwand gebracht hat, haben wir in unserem Klimakasten Forderungen an die Politik gesammelt. Unzählige Passant_innen und Unterstützer_innen haben ihre Botschaften auf eine Postkarte geschrieben.

Eine Person ermahnt die Politik: “Liebe Regierende, klammern Sie sich nicht daran, wie wir die letzten 50 Jahre gelebt haben und wie unsere Wirtschaft heute (noch) funktioniert! Denn vieles davon hat sich als nicht zukunftsfähig erwiesen.” 

Eine andere wiederum beeindruckt uns mit diesen Worten: “Ein Moment in Freude und Unbeschwertheit ist für uns jungen Leute nur noch möglich, wenn es uns für einen Augenblick gelingt, die katastrophale Zukunft zu vergessen, die auf uns zukommt, wenn SIE weitermachen wie bisher. Die Angst vor den Katastrophen, die durch den Klimawandel auf uns zukommen, sitzt in meinem Kopf, in meinem Bauch und in meinen Träumen.” 

Viele Menschen betonen in ihren Nachrichten an die Regierung, dass diese die gewählte Vertretung der Bevölkerung ist und nicht die der Wirtschaft. Alle Postkarten aus dem Klimakasten übergeben wir schon bald an die Politiker_innen.

  • #aufstehn / Tom Poe
  • #aufstehn / Tom Poe
  • #aufstehn / Tom Poe
  • #aufstehn / Tom Poe
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So reagierte Klimaschutzministerin Gewessler

Die Postkarten aus dem Klimakasten konnten wir Anfang Juni an Bundesministerin Leonore Gewessler übergeben. 

„Ich freue mich, dass die #aufstehn-Aktion so viele engagierte Menschen animiert hat, sich Gedanken zum Thema Klimaschutz zu machen. Jeder Beitrag für eine gute Zukunft ist von großer Bedeutung.”, begrüßte die Ministerin das Engagement der #aufstehn-Unterstützer_innen.

“Die Botschaften aus dem #aufstehn-Klimakasten zeigen, wo wir gemeinsam – Zivilgesellschaft, Politik, Wirtschaft – ansetzen müssen: Die Palette an Vorschlägen war groß und reichte vom Verkehr bis hin zu Energiesparmaßnahmen. Besonders viele Botschaften haben mich zum Bodenschutz erreicht. Das ist ein wichtiges Thema. In Österreich werden noch immer viel zu viele Flächen zubetoniert. […] Das gilt es gemeinsam mit allen Verantwortlichen im Land zu ändern.“

Wie es jetzt weitergeht

Wir werden nicht darauf warten, bis Politik und Wirtschaft handeln, sondern sie weiterhin zur Verantwortung ziehen! Unsere nächste Aktion ist bereits voll in Planung. Bevor wir mehr davon erzählen: Aktionen wie diese kosten Geld. Damit wir weiterhin wirksame Aktionen umsetzen können, brauchen wir deine Hilfe: Kannst du für unsere Klimaschutz-Aktionen spenden? Schon zehn Euro helfen enorm:

 

Quellen:
[1] Der Standard, 20.03.2023: Weltklimarat zeigt Wege in eine lebenswerte Zukunft
[2] ORF.at, 19.03.2023: Großer Synthesebericht: Klare Warnung von Weltklimarat erwartet
[3] ORF.at, 27.10.2022: Extremwetter: Menschengemachter Klimawandel messbar

#AlleFürsKlima: So war der Klimastreik 2021

Wir waren viele, wir waren laut: Am Freitag, den 24. September, zogen wir durch die Straßen, um für Klimagerechtigkeit zu kämpfen. Jahr für Jahr nehmen Klimakatastrophen wie Hitzewellen, Überschwemmungen oder Ernteausfälle zu: In Europa, aber insbesondere auch im globalen Süden, bedeutet das oft den Verlust ganzer Lebensgrundlagen. Auch der Weltklimabericht 2021 zeichnet eine düstere Zukunft.[1] Um das zu verhindern, gingen wir gemeinsam mit Millionen Menschen weltweit und Zehntausenden in ganz Österreich auf die Straße und forderten die Verantwortlichen aus Politik und Wirtschaft auf, endlich Maßnahmen für Klimagerechtigkeit umzusetzen.

20.000 Menschen für Klimagerechtigkeit in Wien

Pünktlich zu Mittag füllte sich die Prater-Hauptallee in Wien mit Tausenden von Menschen. Die Stimmung war mitreißend und optimistisch. Neben Protesten gegen umstrittene Straßenbauprojekte wie in der Lobau lag der Fokus des Streiks diesmal auf Intersektionalität, “weil marginalisierte Gruppen die Auswirkungen der Erderhitzung am stärksten zu spüren bekommen, aber am wenigsten verursacht haben”, so #aufstehn-Klima-Campaignerin Johanna Morandell bei der Pressekonferenz im Vorfeld des Klimastreiks.

Mit bunten Schildern und FFP2-Masken zogen wir dann Richtung Held_innenplatz los. Unsere Botschaft war klar und laut: Entscheidungsträger_innen müssen jetzt handeln, wenn wir die Klimakrise abwenden wollen.

© Christopher Glanzl
© Christopher Glanzl

Klima-Botschaften am Held_innenplatz

Als wir am voll gepackten Held_innenplatz ankamen, wurde uns das Ausmaß des Streiks erst bewusst. Neben mitreißenden Reden vor zehntausenden Menschen stach vor allem die von #aufstehn-Unterstützer_innen finanzierte Videowand ins Auge. Darauf sahen Tausende von Menschen Botschaften für Klimagerechtigkeit, die uns von Menschen aus ganz Österreich geschickt wurden, weil sie in Wien nicht mit dabei sein konnten. Von der Bergbäuerin aus Spittal bis zum Koch aus Marchtrenk – so konnten alle sichtbar für Klimagerechtigkeit aufstehn. Nur wenn Entscheidungsträger_innen endlich handeln und Verantwortung übernehmen, können wir die Erderhitzung stoppen. Wir bleiben laut und werden uns auch weiterhin für eine lebenswerte Zukunft für alle einsetzen!

© Christopher Glanzl

Jetzt das Video mit den eingesendeten Botschaften aus ganz Österreich ansehen!

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Weitere Fotos zum Klimastreik findest du hier: zum Foto-Album.

*Intersektionalität bezeichnet die Überschneidung (vom englischen intersection) von Diskriminierungen wie etwa Sexismus und Rassismus. Die Klimakrise verstärkt bestehende Ungleichheiten – bereits mehrfach diskriminierte Personen sind also ungleich stärker von den Auswirkungen der Erderhitzung betroffen. 

Quellen:
[1] BR.de, 19.08.2021: Berichte des Weltklimarates IPCC: Reporte zu Eisschmelze, Überschwemmungen und Dürren | BR.de