Ob beim Einkommen, der Kinderbetreuung oder in der medizinischen Versorgung: Auch im Jahr 2026 sind Frauen noch immer benachteiligt – und das in nahezu allen Lebensbereichen. In einer Umfrage haben wir Menschen in Österreich gefragt, welche Benachteiligungen sie besonders deutlich wahrnehmen.
Anlässlich des des feministischen Kampftags (auch genannt: Internationaler Frauentag) haben wir uns letztes Jahr zum Thema Gleichstellung in Österreich umgehört. In einer Online-Umfrage und bei einer Demonstration am 8. März in Wien wollten wir wissen: Was empfinden die Menschen in Österreich als besonders unfair? Und welche Erwartungen haben sie an die Regierung?
Insgesamt haben 1.958 Personen an der Umfrage teilgenommen – mit einem klaren Ergebnis: Der Aufholbedarf in Sachen Gleichstellung ist in Österreich nach wie vor groß.
Ungerechtigkeit in allen Bereichen
Ob in der Arbeit, im Gesundheitssystem oder im Alltag: Die Ergebnisse unserer Online-Umfrage zeigen, dass viele Befragte geschlechtsspezifische Ungerechtigkeiten in unterschiedlichen Lebensbereichen wahrnehmen. Besonders unfair empfinden sie die ungleiche Verteilung von Geld, Macht, Chancen und Arbeit – sowie die Tatsache, dass ein Großteil der Beschäftigten in schlecht bezahlten Berufen Frauen sind.

„Dass im Jahr 2025 hierzulande immer noch eine überwiegende Mehrheit der Menschen Ungleichheiten in fast allen Lebensbereichen erlebt, zeigt, wie dringend es Maßnahmen für mehr Gleichstellung braucht.“
– Flora Bachmann, Senior Campaignerin #aufstehn
Umfrage-Ergebnisse
Mehr zu den Ergebnissen unserer Online-Umfrage findest du hier.
Tausende Menschen auf Österreichs Straßen
Seit über 100 Jahren demonstrieren am 8. März weltweit Menschen für die Gleichstellung aller Geschlechter. Viele der Missstände, gegen die sich Aktivist_innen seit Jahren einsetzen, sind in Österreich leider immer noch aktuell – von Gewalt gegen Frauen und weiblich gelesenen Personen* über den fehlenden Zugang zu Abtreibungen bis zur niedrigeren Bezahlung. Deshalb ist unser Engagement für Gleichstellung weiterhin gefragt, auch auf der Straße.
* Menschen, die als weiblich wahrgenommen werden. Das betrifft zum Beispiel manche nicht-binären Personen, trans Männer oder andere genderqueere Menschen, die fälschlicherweise für Frauen gehalten werden, obwohl sie keine sind.
3 Gründe, warum wir vom “Feministischen Kampftag” statt vom “Weltfrauentag” sprechen
- Historischer Ursprung: Der Internationale Frauentag entstand aus den Kämpfen der Arbeiterinnenbewegung, die bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen einforderte. Die Bezeichnung „Feministischer Kampftag“ erinnert daran, dass dieser Tag aus politischem Widerstand hervorgegangen ist – und dass es in vielen Bereichen noch immer keine Gerechtigkeit gibt [1].
- Veränderung statt Vermarktung: Ob Pralinen, Rosen oder Rabattaktionen: Der “Weltfrauentag” wird häufig auf einen Tag für Blumen und kleine Aufmerksamkeiten reduziert. Sonderangebote „für Frauen“ lenken von der politischen Bedeutung des 8. März ab. Die Bezeichnung „Feministischer Kampftag“ ist dagegen unbequem und rückt die bestehenden Ungerechtigkeiten in den Mittelpunkt – und nicht den Profit, der aus dem Anlass gemacht wird.
- Miteinbeziehen aller Betroffenen: Der Begriff „Feministischer Kampftag“ ist bewusst inklusiver als “Weltfrauentag”. Er macht sichtbar, dass nicht nur Frauen, sondern auch andere Gruppen – wie zum Beispiel trans und nicht-binäre Menschen – in der Gesellschaft benachteiligt sind [2].
Letztes Jahr fanden zahlreiche Aktionen zum feministischen Kampftag statt – allein in Wien gingen tausende Menschen auf die Straße. Dort haben wir uns umgehört, was die Demonstrierenden besonders ungerecht finden. “Das Thema, das mich am meisten aufregt, ist, wenn sexualisierte Gewalt verharmlost wird”, meint eine Befragte. Eine andere Person findet die Ungleichbehandlung von trans Personen besonders unfair. Welche Ungerechtigkeiten die Teilnehmer_innen noch genannt haben, kannst du hier nachschauen:
Gleichberechtigung: Wie es jetzt weitergeht
Österreich hat jede Menge Aufholbedarf in Sachen Gleichstellung! Die Regierung muss unter anderem in den Bereichen Arbeit, Gesundheit und Gewaltschutz einige Baustellen in Angriff nehmen. Um gemeinsam mit uns den Druck auf die Politik zu erhöhen, kannst du diese Petitionen unterzeichnen:
- Gewalt gegen Frauen stoppen!
- Stoppt mediale Verharmlosung von Femiziden
- Wirksame Schutzzonen um Abtreibungseinrichtungen JETZT!
- Verbale sexuelle Belästigung stoppen
Quellen:
[1] Haus der Geschichte Österreich: 8. März – Der Internationale Frauentag
[2] MDR, Lieber gleich berechtigt: Wie Frauen die Welt verändern



