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Friedhof der Femizide

Am Vorabend des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen verwandelten wir den Wiener Minoritenplatz beim Frauenministerium in eine Gedenkstätte für von Männern getötete Frauen. Mit dem “Friedhof der Femizide” wollten wir einen Raum der gemeinsamen Trauer schaffen und gleichzeitig den zuständigen Politiker_innen den dringenden Handlungsauftrag erteilen, endlich effektiven Gewaltschutz und Gewaltprävention umzusetzen. Mehr als 350 Einzelpersonen aus der #aufstehn-Community haben die Aktion mit ihrer Spende ermöglicht. Wie wir gemeinsam der getöteten Frauen gedacht haben und wie es jetzt weitergeht, kannst du hier nachlesen.

Ein starkes Zeichen

Am Donnerstag, den 24. November, haben wir am Wiener Minoritenplatz 30 Holzkreuze aufgestellt und sie mit Blumenkranz und Grabkerzen verziert – jedes Kreuz steht symbolisch für eine Frau bzw. als Frau gelesene Person, die dieses Jahr getötet wurde und eine Lücke hinterlässt. Und es war überwältigend: Trotz des Regens und eisiger Novemberfrische haben sich fast 100 Menschen auf unserem Friedhof der Femizide versammelt. Ein starkes Zeichen, denn mit dieser Aktion wollten wir Menschen in ihrem Alltag die Möglichkeit geben, gemeinsam inne zu halten und der Frauen zu gedenken, die männlicher Gewalt zum Opfer gefallen sind und davon betroffen sind.

Gewaltschutz statt Symbolpolitik

Gleichzeitig wollten wir damit einen klaren Handlungsauftrag an die Politik erteilen, denn die kürzlich von Frauenministerin Susanne Raab angekündigten Gewaltschutzmaßnahmen sind nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Die Politik muss das Problem männlicher Gewalt endlich anpacken – und zwar jeden Tag und in jedem Ressort – bevor der nächste Mann zur Tat schreitet. Um den Politiker_innen vor Augen zu führen, welche Folgen ihre Symbolpolitik hat, haben wir ihnen den Friedhof der Femizide direkt vors Büro gesetzt. Damit haben wir ihnen einmal mehr aufgezeigt, dass Gewalt an Frauen uns alle etwas angeht, dass wir nicht wegschauen und gemeinsam umfassende Gewaltschutzmaßnahmen einfordern.

 

Während der Aktion betonte #aufstehn Campaigns Director Philine, dass es der Regierung nicht egal sein sollte, dass die Zahl der Betroffenen von Gewalt steigt und wir Jahr für Jahr diese erschreckende Bilanz ziehen müssen. “Die Regierung vertröstet uns in Sachen Gewaltschutz seit Jahren mit kleinen Budgeterhöhungen. Das reicht aber nicht aus!”, so Philine. Nach dem Redebeitrag legten Mirjam und Christian aus dem #aufstehn-Team einen Grabkranz nieder. Mit einer klaren Botschaft an die Politik: „Schauen Sie nicht weg, tun Sie was – und das nicht nur anlässlich der 16 Tage gegen Gewalt – sondern jeden Tag im Jahr!” Im Anschluss sangen alle Anwesenden gemeinsam das “Canción sin miedo” (Lied ohne Furcht) von Vivir Quintana in Begleitung von einem Teil der Sirenen, einem autonomen FLINTA-Chor. Mit einer Schweigeminute beendeten wir das gemeinsame Gedenken.

 

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Ein großes Danke geht an die über 350 Menschen aus der #aufstehn-Community, die mit ihrer Spende die Aktion möglich gemacht haben! 🧡

Was du tun kannst

1. Unterstütze unseren Appell an die Frauenministerin

Langfristig braucht es viele Reformen, damit alle in unserer Gesellschaft auch tatsächlich gleichgestellt sind. Aber um Frauen und Kinder vor Gewalt zu schützen, müssen die politischen Entscheidungsträger_innen jetzt die überfälligen Maßnahmen umsetzen. Unterzeichne auch du und hilf uns, Frauenministerin Raab zum Handeln zu bewegen:

Du hast den Appell bereits unterzeichnet? Teile ihn jetzt mit 3 Freund_innen!

2. Glaube Betroffenen

Es erfordert großen Mut und Kraft, als Betroffene die eigenen Gewalterfahrung(en) zu teilen. Als Zuhörer_in ist es wichtig, dass wir das Gesagte nicht hinterfragen, sondern ernst nehmen und unterstützend zur Seite stehen. Weiter unten sind Helplines aufgelistet, die vertraulich und rund um die Uhr erreichbar sind.

3. Zeig Zivilcourage

Schreite ein, wenn du Zeug_in von Gewalt bist. Einschreiten kann vieles bedeuten: Neben dem direkten Eingreifen kann das auch heißen, den Täter abzulenken, eine andere Person um Hilfe zu bitten, die Tat zu dokumentieren oder bei der betroffenen Person nachzufragen, ob sie Unterstützung braucht.

4. Weiter #aufstehn

Lass uns gemeinsam weiterhin lästig und laut bleiben – zeigen wir den Politiker_innen, dass wir so lange für Betroffene aufstehn, bis sie endlich echten Gewaltschutz und Gewaltprävention umsetzen.

 

Hilfe für Betroffene

  • Die Frauenhelpline ist österreichweit, rund um die Uhr, gebührenfrei und vertraulich erreichbar: 0800 222 555
  • Beratung für Männer gibt es bei der Männerinfo: 0800 / 400 777 oder 
  • beim Männernotruf: 0800 / 246 247
  • Auch die Telefonseelsorge ist unter 142 rund um die Uhr erreichbar.

 

Flora ist Junior Campaignerin bei #aufstehn und unterstützt das Team bei der Erstellung und Durchführung von Kampagnen. Sie ist seit Jahren in den Bereichen Frauenrechte und Gender tätig und engagiert sich ehrenamtlich auch in anderen Vereinen. Zudem macht sie derzeit ihren Master in Gender Studies.