Namen für Namen rollen wir die Rechnung aus, bis wir schließlich fast fünf Metern angekommen sind: So lange war der Kassenbon mit allen Unterzeichner_innen, den wir Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer vor das Ministerium gebracht haben. Wie der Wirtschaftsminister reagiert hat und welche Medien über uns berichtet haben, erfährst du hier.
Lebensmittel in Österreich sind zu teuer
Für immer mehr Menschen in Österreich wird der Wocheneinkauf zur finanziellen Belastung. Denn Laut aktuellen Zahlen können sich 391.300 Menschen in Österreich keine ausgewogene Mahlzeit leisten – das sind mehr Menschen als die Einwohner_innen von Graz [1]. Deshalb fordern wir gemeinsam mit über 20.000 Menschen, dass der Wirtschaftsminister unsere Lebensmittel wieder leistbar macht. Um darauf aufmerksam zu machen, haben wir einen 4.5 Meter langen Kassenbon mit allen Unterschriften vor das Wirtschaftsministerium gebracht.
Von alleine werden die Lebensmittelkonzerne die Preise nicht reduzieren [2]. Sie verdienen gutes Geld mit unseren Einkäufen. Rewe und Spar konnten ihre Gewinne 2024 auf 350 Millionen € steigern [3, 4]. Damit könnte man allen Kindergartenkindern in Österreich ein gratis Mittagessen finanzieren [5]. Deswegen braucht es politische Maßnahmen, damit der Supermarkteinkauf wieder billiger wird. Andere Länder machen bereits vor, wie man Lebensmittelpreise senken kann – und was man dabei beachten muss [6]. Denn klar ist auch: Eine Preissenkung darf nicht auf Kosten der österreichischen Lebensmittelproduzent_innen gehen.
Unser Einsatz für leistbare Lebensmittel
Darum waren wir vor dem Wirtschaftsministerium, um ein unübersehbares Signal für leistbare Lebensmittel zu senden. Leider hat sich der Wirtschaftsminister für die Aktion entschuldigen lassen und Maßnahmen wie Shrinkflation-Kennzeichnung und den Einsatz für die Abschaffung des Österreich-Aufschlags verteidigt. Um aufzuzeigen, dass diese nicht reichen und Lösungen zu präsentieren, haben wir auch Expert_innen zu unserer Aktion eingeladen.
Mag.a (FH) Tanja Wehsely von der Volkshilfe Wien betont: ”Am härtesten trifft die Teuerung jene, die unsere Gesellschaft am Laufen halten: Frauen, Familien, Pensionist_innen. Menschen, die Tag für Tag beitragen, pflegen, erziehen, arbeiten. Wenn Lebensmittel unleistbar werden, raubt das auch Zukunft. Denn jedes fünfte Kind in Österreich ist armutsbetroffen. Wir brauchen daher leistbare und gesunde Lebensmittel – denn bei immer mehr Menschen geht es längst nicht mehr ums Leben, sondern ums Überleben”.
Ein anderes Konzept für Supermärkte präsentierte Brigitte Reisenberger vom MILA Mitmach-Supermarkt: “Als Genossenschaft, die allen Mitgliedern gemeinsam gehört, wirtschaften wir ohne Profitmaximierung, entscheiden demokratisch und schaffen faire Preise.” Unterstützt wurden wir bei der Aktion auch von Unterzeichner_innen der Petition. Gemeinsam haben wir ein starkes Bild für die Medien erzeugt. Treffpunkt Österreich von PULS24 war vor Ort und hat live darüber berichtet. Auch andere Medien wie diefinanz.at haben unsere Aktion thematisiert.

Ein großes Danke an die über 40 Menschen aus der #aufstehn-Community, die mit ihrer Spende die Aktion möglich gemacht haben!
Wie es jetzt weitergeht
Wir bleiben solange dran, bis Lebensmittel endlich wieder leistbar sind. Denn leider steigen die Lebensmittelpreise immer noch an. Monat für Monat wird der Supermarkteinkauf noch teurer [7]. Darum müssen wir den Druck weiter erhöhen und auch die Lebensmittelkonzerne in die Pflicht nehmen. Denn die Maßnahmen von Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer werden uns kurzfristig keine leistbaren Lebensmittel bringen. Wenn du uns dabei helfen möchtest, teile den Appell “Lebensmittel wieder leistbar machen!” jetzt mit drei Freund_innen und Bekannten!
Quellen:
[1] ec.europa.eu, 30/10/2025: Inability to afford a meal with meat, chicken, fish (or vegetarian equivalent) every second day
[2] Der Standard, 19.10.2025: „Aktion scharf“ zu Supermarkt-Preisen: Der Handel empört sich zu Unrecht
[3] Die Presse, 13.03.2025: Eigenmarken pushen Spar-Umsatz, Hervis und Ungarn belasten Bilanz
[4] news.at, 28.08.2025: Lebensmittelpreise – Rewe: Gewinn nur 1 Prozent vom Umsatz
[5] statistik.at, 13.10.2025: Kindertagesheime, Kinderbetreuung
[6] momentum-institut.at, 01.08.2025: Lebensmittel leistbar machen
[7] ORF.at, 31.10.2025: Österreichische Inflation weiterhin hoch im Oktober