Novemberpogrome 1938: “Vergesst uns nicht! Erzählt es weiter!”

Neben ihrem Job bei #aufstehn engagiert sich Community-Managerin Johanna ehrenamtlich bei der Plattform Novembergedenken. In einem kurzen Interview erzählt sie uns, wofür sie sich in diesem spannenden Projekt einsetzt und warum es das gerade jetzt braucht.

Warum engagierst du dich für die Plattform Novembergedenken?

Uns ist es ein besonderes Anliegen heuer – 80 Jahre nach den Novemberpogromen 1938 – das Gedenken an diese Ereignisse noch stärker sichtbar zu machen und mehr Menschen damit zu erreichen. Deshalb bringen wir mit unserer Plattform Initiativen und Organisationen zusammen, die heuer im November eine Veranstaltung zum Gedenken an die Novemberpogrome planen oder grundsätzlich zum Thema Gedenken arbeiten. Die letzten Wochen waren sehr aufregend für uns: Wir standen in direktem Kontakt mit vielen Engagierten, haben Gruppen vernetzt und uns mit ihren Vorhaben vertraut gemacht. Auf unserer Website finden sich jetzt fast 30 Veranstaltungen für die kommenden Wochen und es werden laufend mehr. Auch eine eigene Veranstaltung mit einem ZeitzeugInnen-Gespräch konnten wir auf die Beine stellen und laden alle Interessierten ganz herzlich dazu ein.

Wer steht hinter der Plattform und warum habt ihr sie gegründet?

Wir sind eine Gruppe junger Menschen, die aus den unterschiedlichsten Bereichen kommen. Im letzten Jahr haben wir an einigen Gedenkveranstaltungen im November teilgenommen und haben festgestellt, dass es schön wäre, wenn die Veranstaltungen nacheinander und nicht gleichzeitig stattfinden und noch mehr Menschen davon erfahren – besonders im Gedenkjahr 2018.

80 Jahre später: Warum ist Gedenken immer noch wichtig?

Die Vergangenheit bedeutet auch Verantwortung für uns. Verantwortung, dass das, was 1938 auch in Österreich und Wien passiert ist, nie wieder passiert. Die derzeitige politische Lage aber ist alles andere als beruhigend: Es werden Menschen gegeneinander aufgehetzt, Hass und Vorurteile werden geschürt, Antisemitismus, Rassismus und Homophobie scheinen wieder salonfähig. Genau deshalb ist es so wichtig, dass wir uns informieren, treffen und vernetzen; dass wir zeigen, dass wir viele sind, die damit nicht einverstanden sind!

Heute, 80 Jahre nach den grauenvollen Ereignissen im November 1938, haben wir noch die Chance zu hören, wie die letzten ZeugInnen dieser Zeit ihre Erlebnisse schildern. “Vergesst uns nicht! Erzählt es weiter!” hat Suzanne Lucienne-Rabinovici, Überlebende der Shoa, gesagt – wir können jetzt zuhören und ihre Botschaften weitergeben.

Wie soll es mit der Plattform weitergehen?

Das Netzwerk, das wir jetzt aufgebaut haben, wollen wir auch weiter nutzen. Wir werden uns mit den beteiligten Initiativen zusammensetzen und uns überlegen, was wir im nächsten Jahr besser machen können. Wir haben uns jetzt vor allem auf Wien konzentriert, können uns aber gut vorstellen, Initiativen und Veranstaltungen aus ganz Österreich zu vernetzen.

Hier geht´s zur Plattform Novembergedenken.

Die Plattform veranstaltet am 10.11.2018 auch selbst ein ZeitzeugInnen-Gespräch, hier findest du mehr Infos: https://plattform.novembergedenken.at/event/zeitzeuginnen-im-gespraech-gemeinsam-erinnern/

Hier geht´s zum dazugehörigen Facebook-Event. 

Edeltraud für #aufstehn