600.000 gegen die Plastik-Flut: Wir bleiben dran!

Unsere Meere werden zur Mülldeponie, Tiere sterben und Plastikpartikel landen auf unseren Tellern. Die EU-Kommission will mit ihrer Plastik-Strategie dagegen vorgehen. Damit die Strategie nicht durch den Einfluss der Plastik-Industrie aufgeweicht wird, haben wir einen Appell gestartet. Über 600.000 Unterschriften konnten wir der EU-Kommission in Brüssel übergeben. Damit machen wir deutlich, dass es dringend an der Zeit ist, dass die EU die Plastik-Flut eindämmt!

Eingeschweißte Gurken, Einwegflaschen, Mikroplastik in der Zahnpasta – Kunststoffe begegnen uns praktisch überall in unserem Alltag. Seit den 50er Jahren wurden weltweit über acht Milliarden Tonnen produziert. Nur ein Bruchteil davon wurde recycled, fast 80 Prozent sind als Müll auf Deponien oder in der Umwelt gelandet und richten dort erheblichen Schaden an: Meerestiere verenden, weil sie das Plastik für Nahrung halten oder sich darin verfangen, ganze Landstriche sind vermüllt und selbst im menschlichen Blut ist Plastik nachweisbar.

Die EU ist weltweit der zweitgrößte Plastik-Produzent der Welt – bis jetzt: Denn die EU-Kommission will im Herbst eine Strategie gegen Plastikmüll vorlegen. In den nächsten Wochen entscheidet sich, ob es der EU gelingen wird, die Plastikflut einzudämmen. Das Problem: Hinter den Kulissen kämpft die Hersteller-Lobby für ihre Interessen – zum Beispiel gegen ein Verbot von Einweg-Plastik. Es liegt an uns, ob sie damit durchkommt.

Deshalb haben wir gemeinsam mit Partnerorganisationen aus Deutschland, Irland, Rumänien, Schweden und anderen Ländern einen europaweiten Appell gestartet. So zeigen wir der EU-Kommission, dass es höchste Zeit ist, die Plastik-Flut einzudämmen!

Am Dienstag trafen sich nun VertreterInnen der EU, der Industrie und verschiedener Umweltorganisationen in Brüssel. Dabei wurde der Grundstein für die EU-Plastik-Strategie gelegt, die von der EU-Kommission in den nächsten Wochen verhandelt wird – und wir waren mit dabei! Gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen übergaben wir die über 600.000 Unterschriften aus ganz Europa an den Vizepräsidenten der EU-Kommission und machten unsere Forderungen klar.

Um bereits vor der Konferenz den Druck auf die EU-KommissarInnen zu erhöhen, ließen wir in ganz Brüssel große Plakate aufhängen. An gut sichtbaren Stellen erinnerten sie die Verantwortlichen daran, dass sie eine starke Strategie beschließen müssen – weil ihnen über eine halbe Million Menschen dabei auf die Finger schauen!

Frans Timmermans, der Vizepräsident der EU-Kommission, nahm die Unterschriften entgegen und versprach, unsere Anliegen ernst zu nehmen – wir nehmen ihn beim Wort und werden dranbleiben. Spätestens mit Ende diesen Jahres wird die EU ihre Plastik-Strategie veröffentlichen und wir wollen kein blaues Wunder erleben!

Die Auswirkungen von Plastik-Müll ist auf Natur, Tiere und Menschen sind fatal, mit dem steigenden Konsum wird sich die Situation weiter zuspitzen. Bis 2050 könnte es mehr Plastik als Fische in unseren Meeren geben. Jetzt liegt es bei der EU, effektive Lösungen gegen Plastikmüll zu beschließen. Dabei sind drei Punkte zentral:

  • Die EU muss gegen den Verpackungswahnsinn vorgehen, damit der Verbrauch insgesamt zurückgeht. Wir brauchen Gesetze zur Reduktion von Einweg-Plastik und Mikroplastik.
  • Plastikprodukte müssen frei von giftigen Zusatzstoffen, langlebig und recycelbar sein.
  • Es muss deutlich mehr Plastik gesammelt und recycelt werden, damit es gar nicht erst in die Umwelt gelangt.

Die EU kann einen riesigen Beitrag für eine Welt ohne Plastikverschmutzung leisten. Doch dafür muss sie jetzt konsequent bleiben und darf den Interessen der Plastik-Hersteller nicht nachgeben. Das Pariser Klimaschutzabkommen hat gezeigt: Wenn Europa sich nicht rührt, passiert nichts. Jetzt gibt es die Gelegenheit, endlich den richtigen Weg einzuschlagen! Die EU muss eine effektive Strategie gegen den Plastikmüll beschließen – damit könnte sie neue globale Standards setzen und auch den nächsten Generationen eine lebenswerte Umwelt ermöglichen.

Üben wir als europäische VerbraucherInnen gemeinsam Druck auf die Kommission aus, um die Umwelt zu schützen und auch den nächsten Generationen eine lebenswerte Umgebung zu schaffen!

Klick hier und unterzeichne jetzt auch du unseren europaweiten Appell an die EU-Kommission!

Weitere Informationen:

“Globale Statistik: Plastik-Welt”, Spiegel Online, 19. Juni 2017
“Bisphenol A, In unserem Blut fließt Plastik”, Wirtschaftswoche, 30. Oktober 2013
“Open Letter: Rethink Plastic’s summer challenge for the commission”, Rethink Plastic Alliance, 10. Juni 2017
“A million bottles a minute: world’s plastic binge ‘as dangerous as climate change’”, Guardian, 28. Juni 2017
“Die Tiefsee ist ein Endlager”, Zeit Online, 18. Juli 2017
“Forscher errechnen, wie viel Plastik jemals produziert wurde”, derStandard.at, 19. Juli 2017
“Mehr Plastik als Fische im Meer”, Süddeutsche Zeitung, 21. Januar 2016
“Mikroplastik im Meer, Unsichtbar, aber auch ungefährlich?”, Arte-Dokumentation, 21. September 2016
“Earth is becoming ‚Planet Plastic’”, BBC News, 19. Juli 2017

Johanna koordiniert die Petitionsplattform "mein #aufstehn". Sie betreut die Petitionen von engagierten Menschen und unterstützt sie bei ihren Anliegen. Schon während ihres Biologiestudiums setzte sie sich bei verschiedenen NGOs für Umweltschutz und Menschenrechte ein. Neben ihrem Engagement bei #aufstehn macht sie ihren Master in Umwelt- und Bioressourcenmanagement.