Schwerverletzte, Wald- und Wohnungsbrände, Schäden in Millionenhöhe: Jahr für Jahr verursachen Feuerwerke und Böller rund um Silvester unzählige Schäden. Die private Silvester-Knallerei ist zwar in Ortsgebieten grundsätzlich verboten – warum das aber nicht ausreicht, erfährst du hier.
Ein Großteil der Menschen in Österreich spricht sich für ein Verbot von privaten Feuerwerken aus – das geht aus zahlreichen Umfragen hervor [u.a. 1,2]. Die gemeinnützige Organisation #aufstehn hat daher die Petition “Böllerverbot jetzt!” ins Leben gerufen, die bereits über 135.000 Menschen unterstützen (Stand 8.1.).
Konkret wird von Innenminister Gerhard Karner ein Verbot von privaten Feuerwerken ab Kategorie F2 gefordert – also z.B. von Fontänen, Raketen oder Batteriefeuerwerken. Eine Forderung, die aus vielen Gründen längst überfällig ist.
1. Böller sind gefährlich für Menschen
Alle Jahre wieder verletzen sich Menschen an Silvester schwer. In besonders schlimmen Fällen kann die Böllerei sogar im Tod enden. Zum Jahreswechsel 25/26 verliert ein 14-Jähriger in Wien seine Hand, im Burgenland wird ein Mann von einer Böller-Batterie im Gesicht verletzt [3,4].
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Der Grund für die vielen Unfälle: Böller und Raketen sind sehr gefährlich – vor allem, wenn kein Sicherheitsabstand eingehalten wird oder Alkohol im Spiel ist. Auch Defekte führen oft zu Unfällen.
Privates Feuerwerk: Warum ein österreichweites Verbot dringend notwendig ist
Klassische Silvesterraketen und Böller sind in österreichischen Ortsgebieten eigentlich verboten. Diese Regelung ist aber aus verschiedenen Gründen nicht ausreichend:
- Bürgermeister_innen können für bestimmte Anlässe, z.B. Silvester, eine Ausnahme machen und private Feuerwerke auch im Ortsgebiet erlauben.
- Bleibt das Verbot auch an Silvester bestehen, verlagert sich das Problem meist nur an andere Orte.
- Silvesternächte zeigen außerdem immer wieder aufs Neue, dass viele Personen die Regelung missachten – und die Polizei aufgrund der vielen Vorfälle nicht genug durchgreifen kann.

„Aktuell gibt es in Österreich einen schwer kontrollierbaren Flickenteppich regionaler Verbote. Innenminister Karner muss das unbedingt ändern und eine landesweite Lösung umsetzen.“
– Flora Bachmann, Senior Campaignerin #aufstehn
2. Silvester-Lärm stresst Haus- und Wildtiere
Tiere leiden besonders stark unter dem Lärm an Silvester: Haus- und Nutztiere versuchen sich panisch zu verstecken, für Wildtiere kann die Nacht sogar tödlich enden. Wildvögel ändern aufgrund des Lärms z.B. ihr Flugmuster – und fallen zum Teil vor Überanstrengung tot vom Himmel [5]. Igel in etwa werden aus dem Winterschlaf gerissen und können aufgrund des erhöhten Energiebedarfs sterben [6].

3. Feinstaubbelastung gefährdet die Gesundheit – besonders im alpinen Raum
„Feuerwerke sind längst kein harmloses Spektakel mehr, sondern verursachen erhebliche Umwelt- und Gesundheitsbelastungen – besonders in sensiblen alpinen Regionen”, erklärt Gerd Estermann, Sprecher der Bürgerinitiative Feldring. Die Initiative hat sich der Forderung von #aufstehn für ein sofortiges Verbot von Feuerwerkskörpern angeschlossen und macht auf die Schäden von Feuerwerken im alpinen Raum aufmerksam: Besonders in Österreichs windstillen Tälern bleiben Feinstaubwolken oft über Dörfern und Städten hängen. Das gefährdet vor allem Menschen mit gesundheitlicher Vorbelastung [7].
4. Pyrotechnik verursacht Schäden in Millionenhöhe
Ob Sachbeschädigung oder Brände: An Silvester entstehen in Österreich durchschnittlich Schäden in der Höhe von 4,5 Millionen Euro – so viel wie an keinem anderen Tag im Jahr [8]. Auch dieses Jahr waren Feuerwehr und Rettung im Dauereinsatz. Im Tiroler Schwaz verursachte eine Feuerwerksbatterie sogar einen Großbrand in einem Wohnhaus [9].
Silvester-Tradition neu gedacht: Alternativen zu Raketen und Böllern
Feierlich ins neue Jahr starten geht auch ohne Pyrotechnik, zum Beispiel mit Laser-, Licht- oder Drohnenshows. Dabei werden spektakuläre Effekte in den Himmel projiziert – ganz ohne Gefahren, Lärm und Umweltverschmutzung. Graz setzt z.B. bereits seit 2018 auf stimmungsvolle Licht- und Wassershows, in Linz gibt es eine Partyzone mit Livemusik statt einem Feuerwerk [10].
5. Silvestermüll verschmutzt die Natur
Nach der Knallerei an Silvester bleibt vor allem eins über: Müll – am Straßenrand, auf Äckern, im Wald. Oft landen Raketen, Böller und Co. in der Natur, wodurch sich Kunststoffe und Metalle in Böden und Gewässern ablagern können. Die schädlichen Stoffe können nur sehr langsam abgebaut werden [11].

„Es gibt kein einziges Argument gegen ein österreichweites Verbot von privaten Feuerwerken. Was für wenige Menschen ein kurzer Moment Unterhaltung ist, hinterlässt alle Jahre wieder einen großen Schaden bei allen.“
– Christian Haslinger, Senior Campaigner #aufstehn
#aufstehn war bereits vor einem Jahr mit dem Innenministerium wegen einem Böllerverbot in Kontakt. Inhaltlich gab es aber keine tiefergehenden Gespräche. Nun tritt die Organisation im Namen von über 135.000 Unterzeichner_innen erneut an Innenminister Gerhard Karner heran – mit dem Ziel, ein österreichweites Verbot von privaten Feuerwerken ohne Ausnahmen zu erwirken.
Hilf mit, den Druck auf die Politik zu erhöhen und teile die Petition mit deinen Freund_innen:
Dir liegen Klimaschutz und Natur am Herzen? Dann unterzeichne auch diese Petitionen:
- Das Klimaticket muss bleiben!
- Wenn sparen, dann richtig: Schluss mit klimaschädlichen Steuergeschenken!
- NEIN zur weiteren Verbauung von Tirols Gletschern!
Quellen:
[1] VIER PFOTEN, 4. Dezember 2025: Aktuelle Umfrage: Über zwei Drittel der Bevölkerung für Böllerverbot
[2] Allianz, 29.Dezember 2025: Allianz Umfrage: Feuerwerk ja, aber bitte vom Profi – sagt ein Viertel der Österreicher:innen
[3] ORF, 1. Jänner 2026: 14-Jähriger verlor durch Böller seine Hand
[4] ORF, 1. Jänner 2026: Mann bei Explosion von Böller-Batterie verletzt
[5] Birdlife Österreich, 15. Dezember 2025: Unsere Wildvögel leiden zu Silvester!
[6] VIER PFOTEN, 29. Oktober 2025: Feuerwerk: Eine große Belastung für alle Tiere
[7] Tagesschau, 30. Dezember 2024: Welche Folgen hat das Böllern wirklich?
[8] Wiener Städtische, 29. Dezember 2025: Silvesterunfälle: Die schadensträchtigste Nacht des Jahres
[9] ORF, 2. Jänner 2026: Feuerwerksbatterie verursachte Großbrand
[10] Kurier, 31. Dezember 2025: Von Graz bis Innsbruck: Silvester mal anders feiern
[11] Umweltbundesamt, 22. Dezember 2025: Knall um Mitternacht – Umweltfolgen von Silvesterfeuerwerken