Ehemann, Expartner, Bruder – die Liste der heuer verübten Frauenmorde zeigt, was die Täter gemeinsam haben: Sie standen ihren Opfern nahe. Mit Plakaten in fast allen Landeshauptstädten und über 20.000 Stickern macht #aufstehn darauf aufmerksam, dass Gewalt an Frauen vor allem im eigenen Zuhause stattfindet. Umso wichtiger ist es, Bewusstsein dafür zu schaffen, damit Betroffene und ihr Umfeld rechtzeitig Hilfe holen können. Wichtige Infos und was jede_r Einzelne tun kann, liest du hier.
Wer ist #aufstehn?
#aufstehn ist eine zivilgesellschaftliche Kampagnenorganisation mit einer Community von über 365.000 Menschen aus ganz Österreich. Wir setzen auf digitale Tools, um politische Mitbestimmung zu ermöglichen und Politik und Gesellschaft mitzugestalten.
Was ist das Ziel dieser Aktion?
Gewalt an Frauen und weiblich gelesenen Personen geht vor allem von Männern aus, die den Betroffenen nahe stehen. Das zeigt die Liste der mutmaßlichen Femizid-Täter eindrücklich. Aber weil Gewalt oft im Verborgenen und Zuhause passiert, sprechen viel zu wenige Menschen darüber. Und zu wenige wissen, wo es Hilfe gibt. Deshalb hängen ab dem 20. November in fast allen Landeshauptstädten Österreichs Plakate. Leider ist die Liste schon nicht mehr aktuell: Seit dem Druck der Plakate und der Sticker sind bereits zwei weitere Femizide verübt worden.
Was zählt alles zu Gewalt an Frauen und weiblich gelesenen Personen?
Gewalt beginnt nicht erst mit Schlägen – sondern schon bei herabwürdigenden Kommentaren, Beschimpfungen oder kontrollierendem Verhalten, wie die Überprüfung der Chatverläufe der Partnerin. Genau deswegen ist es wichtig, Warnzeichen früh zu erkennen und Hilfe zu holen, um Schlimmeres zu verhindern.
Wo bekommen Betroffene Hilfe?
- Alle Rufnummern stehen rund um die Uhr kostenlos und vertraulich zur Verfügung.
- Die Frauenhelpline ist erreichbar unter: 0800 222 555. Weitere Informationen unter frauenhelpline.at
- Beratung für Männer gibt es bei der Männerinfo: 0800 400 777. Alle Infos unter maennerinfo.at
Was bedeutet “weiblich gelesene Personen”?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Menschen ihr Geschlecht verstehen und leben. Dadurch können Personen von uns als Gesellschaft weiblich gelesen werden, aber sich selbst einer anderen geschlechtlichen Identität zugehörig fühlen. Manche Menschen tragen zum Beispiel Kleidung oder Frisuren, die viele mit Frauen verbinden – fühlen sich selbst aber nicht als Frau. Männliche Gewalt trifft aber nicht nur Frauen, sondern auch jene Personen, die von unserer Gesellschaft als weiblich gelesen werden. Wir möchten, dass sich alle Menschen in Beziehungskonstellationen gut informiert fühlen – deshalb sprechen unsere Plakate auch weiblich gelesene Personen direkt an.
Was kann ich gegen Gewalt tun?
1: Teile Fotos von Plakaten und Sticker +
Mach ein Foto von einem Plakat oder einem Sticker und teile es in den Sozialen Medien oder schicke es an Freund_innen und Bekannte. So machst du auf das Problem aufmerksam – und hilfst dabei, dass mehr Menschen von den Helplines erfahren.
Hier kannst unser Plakat downloaden und selbst weiterverteilen.
2: Unterstütze unseren Appell an die Frauenministerin +
Länder wie Spanien haben gezeigt, das Maßnahmen gegen männliche Gewalt viel bewirken können: Dort ist die Zahl der Frauenmorde zurückgegangen. Damit sich auch in Österreich endlich was ändert, muss unsere Regierung was tun. Deshalb fordern wir von der Frauenministerin und der Bundesregierung:
- Mehr Geld für die Vorbeugung von Gewalt: Damit Gewalt gar nicht erst entsteht, müsste Österreich laut Berechnungen viel mehr investieren, als im Budget dafür vorgesehen ist.
- Information für alle und von Anfang an: Damit Hilfe auch wirklich bei den Menschen ankommt, die sie brauchen, muss das Thema Gewalt früh und offen angesprochen werden.
- Gut geschultes Personal: Beamt_innen bei Polizei und Justiz müssen gut ausgebildet sein, damit Gewaltbetroffene gut betreut werden, wenn sie sich Hilfe holen
3: Aushang für Zivilcourage verteilen+
Zivilcourage gegen Gewalt an Frauen zu zeigen, ist wichtig und kann Betroffenen enorm helfen. Oft weiß man jedoch nicht genau, wie man einschreiten kann.
Dafür hat die Initiative StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt einen Aushang gestaltet. Lade ihn jetzt herunter und hänge ihn in deinem Stiegenhaus auf oder verteile ihn in deiner Nachbarschaft. So kannst du deine Nachbarschaft und Umfeld darüber aufklären, wie Zivilcourage ausschauen kann: 
4: Schau dir #aufstehn- Webinare an+
Mit der Initiative StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt haben wir das Webinar “Männer zeigen Zivilcourage” veranstaltet. Wir haben uns angeschaut, wie jede_r von uns Zivilcourage zeigen kann, um männliche Gewalt an Frauen zu unterbinden – wenn’s in der Wohnung über dir scheppert, Kollegen frauenfeindliche Witze erzählen oder betrunkene Männer in der U-Bahn Frauen belästigen. Schau jetzt das Webinar nach: