#Verharmlosungs­radar

Eine Vergewaltigung ist keine “Sex-Tat”, ein Frauenmord ist kein “verhängnisvoller Liebesbeweis” und “Corona-Panik” ist kein Grund, jemanden umzubringen: Die Berichterstattung über sexualisierte Gewalt, häusliche Gewalt und Frauenmorde ist verharmlosend und problematisch. Deshalb haben wir den #Verharmlosungsradar ins Leben gerufen: Hier sammeln wir Medienartikel, die unsensibel und beschönigend über sexualisierte Gewalt und Frauenmorde berichten.

Und so kannst du aktiv werden:

Fordere jetzt eine angemessene Berichterstattung: Mit deiner Hilfe können wir bei Journalist_innen und Redaktionen ein Bewusstsein dafür schaffen, dass sie sachlich und verantwortungsvoll über Gewaltfälle gegen Frauen informieren müssen. Hier kannst du den Redaktionen schreiben, die für diese Medienberichte verantwortlich sind und sie um eine Korrektur bitten – oder selbst einen Artikel melden!

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KRONE

09.09.2020

Belästigung, Vergewaltigung und Missbrauch sind keine Formen von Sexualität, sondern Formen von Gewalt! Sex hingegen passiert in beiderseitigem Einverständnis. Mit dem Begriff „Sex-Täter“ wird die Gewalt, die den Betroffenen widerfahren ist, verharmlost.

(Quelle)

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KRONE

04.09.2020

Ein Frauenmord ist keine „Beziehungstat“ – Begriffe wie dieser verharmlosen das Geschehene, lassen es als unvermeidbar oder schicksalshaft erscheinen und geben dem Mordopfer eine Mitschuld.

(Quelle)

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TIROLER TAGESZEITUNG

05.09.2020

Diese Schlagzeile vermittelt, dass der Täter aus Liebe gehandelt hat und verharmlost so die Gewalt. Man tötet nicht aus Liebe! Das Opfer trifft keine Schuld.

(Quelle)

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HEUTE

30.08.2020

Der Artikel vermittelt, dass die Liebe des Opfers zu ihren Haustieren der Grund für den Mord durch ihren Ex-Lebensgefährten war. Mord ist durch nichts zu rechtfertigen. Das Opfer trägt keine Schuld!

(Quelle)

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DER STANDARD

13.08.2020

Titel wurde geändert

Ob diese ermordete Frau ein „Partygirl“ war und ob sie eine „Dreiecksbeziehung“ hatte, ist irrelevant – das Aufgreifen dieser Wörter für den Titel des Berichts vermittelt, dass das Opfer Mitschuld an der Tat hatte. Es war Mord, das Opfer trifft keine Schuld!

(Quelle)

KRONE

19.04.2020

Hier wird vermittelt, dass der Täter aus Liebe gehandelt hat. Aber man tötet nicht aus Liebe! Das Opfer trifft keine Schuld.

(Quelle)

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HEUTE

24.07.2020

In diesem Artikel wird vermittelt, dass der Ausfall einer Pflegekraft die Tötung seiner Mutter und seiner Lebensgefährtin entschuldigt. Mord ist durch nichts zu rechtfertigen. Die Opfer tragen keine Schuld!

(Quelle)

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KLEINE ZEITUNG

28.07.2020

Ein “Beziehungsstreit” ist keine Rechtfertigung für Mord – Begriffe wie dieser verharmlosen das Geschehene, lassen es als unvermeidbar oder schicksalshaft erscheinen und geben dem Mordopfer eine Mitschuld. Ein Mord ist kein normaler Ausgang eines Beziehungsstreits!

(Quelle)

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OÖ NACHRICHTEN

06.06.2020

Belästigung, Vergewaltigung und Missbrauch sind keine Formen von Sexualität, sondern Formen von Gewalt. Sex hingegen passiert in beiderseitigem Einverständnis. Die Gewalt, die den Betroffenen widerfahren ist, wird durch den Begriff verharmlost.

(Quelle)

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OE24

23.07.2020

In diesem Titel wird vermittelt, dass die logische Folge der Überforderung eines Mannes (“Panik”) die Ermordung seiner Mutter und Lebensgefährtin ist. Damit wird die Tat des Mannes verharmlost und der Doppelmord gerechtfertigt

(Quelle)

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