#Verharmlosungs­radar

Eine Vergewaltigung ist keine “Sex-Tat”, ein Frauenmord ist kein “verhängnisvoller Liebesbeweis” und “Corona-Panik” ist kein Grund, jemanden umzubringen: Die Berichterstattung über sexualisierte Gewalt, häusliche Gewalt und Frauenmorde ist verharmlosend und problematisch. Deshalb haben wir den #Verharmlosungsradar ins Leben gerufen: Hier sammeln wir Medienartikel, die unsensibel und beschönigend über sexualisierte Gewalt und Frauenmorde berichten.

Und so kannst du aktiv werden:

Fordere jetzt eine angemessene Berichterstattung: Mit deiner Hilfe können wir bei Journalist_innen und Redaktionen ein Bewusstsein dafür schaffen, dass sie sachlich und verantwortungsvoll über Gewaltfälle gegen Frauen informieren müssen. Hier kannst du den Redaktionen schreiben, die für diese Medienberichte verantwortlich sind und sie um eine Korrektur bitten – oder selbst einen Artikel melden!

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derStandard

29.10.2021

Der Begriff „Würgeattacke“ ist verharmlosend: Hier handelt es sich um einen Femizid! Das Berichten über besonders grausame Details eines Mords ist voyeuristisch und pietätlos dem Opfer gegenüber und trägt nicht zu einer sachlichen Berichterstattung bei.

(Quelle)

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Salzburg24

27.10.2021

Ein Frauenmord ist keine „Beziehungstat“. Der Begriff verharmlost Mord und vermittelt den Eindruck als wäre Mord eine normale Konsequenz einer Beziehung. Zudem sind Begriffe wie „Mordalarm“ reißerisch und tragen nicht zu einer sachlichen Berichterstattung bei.

(Quelle)

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Vol.at

27.10.2021

Ein Frauenmord ist keine „Beziehungstat“. Der Begriff verharmlost Mord und vermittelt den Eindruck als wäre Mord eine normale Konsequenz einer Beziehung.

(Quelle)

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MeinBezirk.at

26.10.2021

Der Begriff „Beziehungsstreit“ verschleiert, dass es sich eigentlich um häusliche Gewalt und versuchten Mord handelt – und vermittelt auch noch eine Mitschuld des Opfers. Gewalt ist aber durch nichts zu rechtfertigen und darf nicht mit einem Streit gleichgesetzt werden, wie hier in dieser Schlagzeile!

(Quelle)

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ORF

26.10.2021

Nennen wir es beim Namen: Das war ein mutmaßlicher Femizid! Begriffe wie „Bluttat“ sind verharmlosend, das Berichten über besonders grausame Details eines Mords ist voyeuristisch und pietätlos dem Opfer gegenüber.

(Quelle)

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HEUTE

27.10.2021

Ein Frauenmord ist keine „Beziehungstat“. Der Begriff verharmlost Mord und vermittelt den Eindruck als wäre Mord eine normale Konsequenz einer Beziehung.

(Quelle)

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HEUTE

22.10.2021

Mutmaßliche sexuelle Belästigung während einer Massage als „Ausrutscher“ zu bezeichnen ist verharmlosend und verhöhnt die betroffene Person.

(Quelle)

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Heute

20.10.2021

Begriffe wie „Mord-Alarm“ und „Alarmfahndung“ sind reißerisch und tragen nicht zu einer sachlichen Berichterstattung bei.

(Quelle)

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Salzburger Nachrichten

27.09.2021

"Österreich: Frau starb nach Beziehungsstreit - Mordprozess in Feldkirch" Titel wurde geändert

Der Begriff „Beziehungsstreit“ verschleiert, dass es sich eigentlich um häusliche Gewalt und Frauenmord handelt – und vermittelt auch noch eine Mitschuld des Opfers. Gewalt ist aber durch nichts zu rechtfertigen und darf nicht mit einem Streit gleichgesetzt werden, wie hier in dieser Schlagzeile!

(Quelle)

KLEINE ZEITUNG

21.07.2021

Auf dem Screenshot des Artikels ist zu lesen: "In Graz ist eine 17-jährige Schwangere tot in ihrer Wohnung aufgefunden worden. Eine Bluttat wird befürchtet"

Nennen wir es beim Namen: Das war ein mutmaßlicher Femizid! Begriffe wie „Bluttat“ sind verharmlosend, „Mordalarm“ ist alarmistisch und trägt nicht zu einer sachlichen Berichterstattung bei.

(Quelle)

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KRONE

24.04.2021

Hier ist folgende Schlagzeile zu lesen: "Bluttat in NÖ: 'Die Maria rührt sich nicht mehr' ".

Begriffe wie „Bluttat“ sind verharmlosend, das Berichten über besonders grausame Details eines Mords ist voyeuristisch und pietätlos dem Opfer gegenüber. Hinweise auf Hilfseirichtungen und Hotlines für Betroffene wäre stattdessen sinnvolle Beiträge zur Prävention von Gewalt.

(Quelle)

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HEUTE

22.04.2021

Folgende Schlagzeile ist auf dem Bild zu lesen: "Mutmaßlicher Killer wird nach Beziehungstat notoperiert"

Ein Frauenmord ist keine „Beziehungstat“. Der Begriff verharmlost Mord und vermittelt den Eindruck als wäre Mord eine normale Konsequenz einer Beziehung.

(Quelle)

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HEUTE

25.02.2021

Schlagzeile: "Fußball-Trainer verging sich an Kindern: Sechst Jahre Haft"

Diese Schlagzeile verharmlost sexuellen Missbrauch an Minderjährigen („verging sich an Kindern“). Nennt Missbrauch beim Namen, auch in Schlagzeilen!


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TIROLER TAGESZEITUNG

23.02.2021

"Beziehungsstreit in Wien-Favoriten endete für Frau tödlich"

Der Begriff „Beziehungsstreit“ verschleiert, dass es sich eigentlich um häusliche Gewalt und Frauenmord handelt – und vermittelt auch noch eine Mitschuld des Opfers. Gewalt ist aber durch nichts zu rechtfertigen und darf nicht mit einem Streit gleichgesetzt werden, wie hier in dieser Schlagzeile!

(Quelle)

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HEUTE

09.02.2021

Begriffe wie „Beziehungsstreit“ verschleiern, dass es sich eigentlich um häusliche Gewalt handelt – und vermitteln auch noch eine Mitschuld des Opfers. Gewalt ist aber durch nichts zu rechtfertigen und darf nicht mit einem Streit gleichgesetzt werden, wie hier in dieser Schlagzeile!

(Quelle)

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ORF.at

15.12.2020

Schlagzeile: "Beziehungstat: Frau getötet"

Nach Kritik änderte die zuständige Redaktion die Schlagzeile von „Beziehungsstreit: Frau verstorben“ auf „Beziehungstat: Frau getötet“. Doch der Begriff „Beziehungstat“ bleibt ein verharmlosender – denn er vermittelt eine Mitschuld des Opfers.

(Quelle)

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HEUTE

10.12.2020

Der gesamte Artikel ist ein Musterbeispiel von voyeuristischer, sensationsgeiler Berichterstattung über Gewalt: Ganze Absätze sind den grausamen Details der Gewalt gewidmet – Hinweise auf Hilfseinrichtungen und Hotlines für Betroffene sucht man allerdings vergebens.

(Quelle)

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HEUTE

07.12.2020

In diesem Bericht über einen Mann, der Minderjährige sexuell missbraucht und gefilmt haben soll, wird durch Begriffe wie „Fetischhandlungen“ verschleiert, dass es sich eigentlich um sexuellen Missbrauch handelt.

(Quelle)

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KRONE

07.12.2020

Der Begriff „Beziehungsstreit“ verschleiert hier, dass es sich eigentlich um häusliche Gewalt handelt und vermittelt eine Mitschuld des Opfers. Gewalt ist aber durch nichts zu rechtfertigen und darf nicht mit einem Streit gleichgesetzt werden, wie hier in dieser Schlagzeile!

(Quelle)

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KRONE

11.11.2020

Hier ist ein Auszug aus dem Artikel zu sehen. Darin steht: "Wie verzweifelt muss ein Mädchen sein, wenn sich der eigene Vater an ihr vergeht? Wie stark muss dieses Mädchen sein, dass es dann, als der Vater sich die jüngere Schwester „nimmt“, ihm eine Videofalle stellt und zur Polizei geht? Prozess in Wien gegen einen Mann, der leugnet und von einem „guten Verhältnis“ spricht."

In diesem Artikel wird sexueller Missbrauch an Minderjährigen verharmlost und mit beschönigenden, normalisierenden Worten beschrieben (er „nimmt“ sich die jüngere Schwester, er „vergeht sich“ an seiner Tochter).

(Quelle)

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KRONE

08.11.2020

Hier ist ein Auszug aus dem Artikel zu sehen. Darauf steht: "Zu einem Beziehungsstreit kam es Samstagabend in einer Wohnung in Klagenfurt-St. Peter: Ein 42-Jähriger würgte seine 27-Jährige, um sie am Weggehen zu hindern."

Ein Beziehungsstreit kommt vor und ist normal. Dass ein Mann eine Frau würgt, weil sie aus dem Haus gehen will, hat nichts mit Streit zu tun – sondern das ist häusliche Gewalt!

(Quelle)

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HEUTE

23.10.2020

Begriffe wie „Beziehungsdrama“ vermitteln eine gemeinsame Schuld an der Tat und eine ausweglose Situation. Das Opfer trifft aber keine Schuld! Ein Mordversuch ist kein normaler Weg, einen Streit zu schlichten.

(Quelle)

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OÖ NACHRICHTEN

19.10.2020

Schwere Verletzungen sind keine normale Folge eines „Beziehungsstreits“! Begriffe wie dieser verschleiern, dass es sich um Gewalt handelt und normalisieren diese.

(Quelle)

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OE24

24.09.2020

„Grapschen“ ist eine Form sexueller Belästigung und hat nichts mit Sex zu tun, da es kein beiderseitiges Einverständnis gibt. Der Begriff „Sex-Unhold“ ist daher irreführend und unseriös.

(Quelle)

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TIROLER TAGESZEITUNG

23.09.2020

Artikel wurde entfernt

Der gesamte Artikel soll Mitleid und Verständnis für den Täter erzeugen, eine gewalttätige Auseinandersetzung wird zur „Rempelei“ und der Mord an seiner Frau wird zum „Gattenmord“ und als „Befreiungstat“ des Mannes dargestellt. Auch an voyeuristischen Details zum Tathergang wird nicht gespart.

(Quelle)

VIENNA.at

14.09.2020

Die Schlagzeile wurde geändert.

Begriffe wie „eskalierter Beziehungsstreit“ verharmlosen die Geschehnisse, lassen häusliche Gewalt als unvermeidbar oder schicksalshaft erscheinen und vermitteln, dass das Opfer eine Mitschuld hat. Schwere Verletzungen sind kein normaler Ausgang eines Beziehungsstreits!

(Quelle)

KRONE

09.09.2020

Belästigung, Vergewaltigung und Missbrauch sind keine Formen von Sexualität, sondern Formen von Gewalt! Sex hingegen passiert in beiderseitigem Einverständnis. Mit dem Begriff „Sex-Täter“ wird die Gewalt, die den Betroffenen widerfahren ist, verharmlost.

(Quelle)

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KRONE

04.09.2020

Ein Frauenmord ist keine „Beziehungstat“ – Begriffe wie dieser verharmlosen das Geschehene, lassen es als unvermeidbar oder schicksalshaft erscheinen und geben dem Mordopfer eine Mitschuld.

(Quelle)

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TIROLER TAGESZEITUNG

05.09.2020

Titel wurde geändert

Diese Schlagzeile vermittelt, dass der Täter aus Liebe gehandelt hat und verharmlost so die Gewalt. Man tötet nicht aus Liebe! Das Opfer trifft keine Schuld.

(Quelle)

HEUTE

30.08.2020

Der Artikel vermittelt, dass die Liebe des Opfers zu ihren Haustieren der Grund für den Mord durch ihren Ex-Lebensgefährten war. Mord ist durch nichts zu rechtfertigen. Das Opfer trägt keine Schuld!

(Quelle)

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DER STANDARD

13.08.2020

Titel wurde geändert

Ob diese ermordete Frau ein „Partygirl“ war und ob sie eine „Dreiecksbeziehung“ hatte, ist irrelevant – das Aufgreifen dieser Wörter für den Titel des Berichts vermittelt, dass das Opfer Mitschuld an der Tat hatte. Es war Mord, das Opfer trifft keine Schuld!

(Quelle)

KRONE

19.04.2020

Hier wird vermittelt, dass der Täter aus Liebe gehandelt hat. Aber man tötet nicht aus Liebe! Das Opfer trifft keine Schuld.

(Quelle)

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HEUTE

24.07.2020

In diesem Artikel wird vermittelt, dass der Ausfall einer Pflegekraft die Tötung seiner Mutter und seiner Lebensgefährtin entschuldigt. Mord ist durch nichts zu rechtfertigen. Die Opfer tragen keine Schuld!

(Quelle)

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KLEINE ZEITUNG

28.07.2020

Ein “Beziehungsstreit” ist keine Rechtfertigung für Mord – Begriffe wie dieser verharmlosen das Geschehene, lassen es als unvermeidbar oder schicksalshaft erscheinen und geben dem Mordopfer eine Mitschuld. Ein Mord ist kein normaler Ausgang eines Beziehungsstreits!

(Quelle)

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OÖ NACHRICHTEN

06.06.2020

Belästigung, Vergewaltigung und Missbrauch sind keine Formen von Sexualität, sondern Formen von Gewalt. Sex hingegen passiert in beiderseitigem Einverständnis. Die Gewalt, die den Betroffenen widerfahren ist, wird durch den Begriff verharmlost.

(Quelle)

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OE24

23.07.2020

In diesem Titel wird vermittelt, dass die logische Folge der Überforderung eines Mannes (“Panik”) die Ermordung seiner Mutter und Lebensgefährtin ist. Damit wird die Tat des Mannes verharmlost und der Doppelmord gerechtfertigt

(Quelle)

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