#Verharmlosungs­radar

Eine Vergewaltigung ist keine “Sex-Tat”, ein Frauenmord ist kein “verhängnisvoller Liebesbeweis” und “Corona-Panik” ist kein Grund, jemanden umzubringen: Die Berichterstattung über sexualisierte Gewalt, häusliche Gewalt und Frauenmorde ist verharmlosend und problematisch. Deshalb haben wir den #Verharmlosungsradar ins Leben gerufen: Hier sammeln wir Medienartikel, die unsensibel und beschönigend über sexualisierte Gewalt und Frauenmorde berichten.

Und so kannst du aktiv werden:

Fordere jetzt eine angemessene Berichterstattung: Mit deiner Hilfe können wir bei Journalist_innen und Redaktionen ein Bewusstsein dafür schaffen, dass sie sachlich und verantwortungsvoll über Gewaltfälle gegen Frauen informieren müssen. Hier kannst du den Redaktionen schreiben, die für diese Medienberichte verantwortlich sind und sie um eine Korrektur bitten – oder selbst einen Artikel melden!

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KRONE

11.11.2020

Hier ist ein Auszug aus dem Artikel zu sehen. Darin steht: "Wie verzweifelt muss ein Mädchen sein, wenn sich der eigene Vater an ihr vergeht? Wie stark muss dieses Mädchen sein, dass es dann, als der Vater sich die jüngere Schwester „nimmt“, ihm eine Videofalle stellt und zur Polizei geht? Prozess in Wien gegen einen Mann, der leugnet und von einem „guten Verhältnis“ spricht."

In diesem Artikel wird sexueller Missbrauch an Minderjährigen verharmlost und mit beschönigenden, normalisierenden Worten beschrieben (er „nimmt“ sich die jüngere Schwester, er „vergeht sich“ an seiner Tochter).

(Quelle)

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KRONE

08.11.2020

Hier ist ein Auszug aus dem Artikel zu sehen. Darauf steht: "Zu einem Beziehungsstreit kam es Samstagabend in einer Wohnung in Klagenfurt-St. Peter: Ein 42-Jähriger würgte seine 27-Jährige, um sie am Weggehen zu hindern."

Ein Beziehungsstreit kommt vor und ist normal. Dass ein Mann eine Frau würgt, weil sie aus dem Haus gehen will, hat nichts mit Streit zu tun – sondern das ist häusliche Gewalt!

(Quelle)

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HEUTE

23.10.2020

Begriffe wie „Beziehungsdrama“ vermitteln eine gemeinsame Schuld an der Tat und eine ausweglose Situation. Das Opfer trifft aber keine Schuld! Ein Mordversuch ist kein normaler Weg, einen Streit zu schlichten.

(Quelle)

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OÖ NACHRICHTEN

19.10.2020

Schwere Verletzungen sind keine normale Folge eines „Beziehungsstreits“! Begriffe wie dieser verschleiern, dass es sich um Gewalt handelt und normalisieren diese.

(Quelle)

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OE24

24.09.2020

„Grapschen“ ist eine Form sexueller Belästigung und hat nichts mit Sex zu tun, da es kein beiderseitiges Einverständnis gibt. Der Begriff „Sex-Unhold“ ist daher irreführend und unseriös.

(Quelle)

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TIROLER TAGESZEITUNG

23.09.2020

Der gesamte Artikel soll Mitleid und Verständnis für den Täter erzeugen, eine gewalttätige Auseinandersetzung wird zur „Rempelei“ und der Mord an seiner Frau wird zum „Gattenmord“ und als „Befreiungstat“ des Mannes dargestellt. Auch an voyeuristischen Details zum Tathergang wird nicht gespart.

(Quelle)

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VIENNA.at

14.09.2020

Begriffe wie „eskalierter Beziehungsstreit“ verharmlosen die Geschehnisse, lassen häusliche Gewalt als unvermeidbar oder schicksalshaft erscheinen und vermitteln, dass das Opfer eine Mitschuld hat. Schwere Verletzungen sind kein normaler Ausgang eines Beziehungsstreits!

(Quelle)

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KRONE

09.09.2020

Belästigung, Vergewaltigung und Missbrauch sind keine Formen von Sexualität, sondern Formen von Gewalt! Sex hingegen passiert in beiderseitigem Einverständnis. Mit dem Begriff „Sex-Täter“ wird die Gewalt, die den Betroffenen widerfahren ist, verharmlost.

(Quelle)

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KRONE

04.09.2020

Ein Frauenmord ist keine „Beziehungstat“ – Begriffe wie dieser verharmlosen das Geschehene, lassen es als unvermeidbar oder schicksalshaft erscheinen und geben dem Mordopfer eine Mitschuld.

(Quelle)

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TIROLER TAGESZEITUNG

05.09.2020

Diese Schlagzeile vermittelt, dass der Täter aus Liebe gehandelt hat und verharmlost so die Gewalt. Man tötet nicht aus Liebe! Das Opfer trifft keine Schuld.

(Quelle)

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HEUTE

30.08.2020

Der Artikel vermittelt, dass die Liebe des Opfers zu ihren Haustieren der Grund für den Mord durch ihren Ex-Lebensgefährten war. Mord ist durch nichts zu rechtfertigen. Das Opfer trägt keine Schuld!

(Quelle)

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DER STANDARD

13.08.2020

Titel wurde geändert

Ob diese ermordete Frau ein „Partygirl“ war und ob sie eine „Dreiecksbeziehung“ hatte, ist irrelevant – das Aufgreifen dieser Wörter für den Titel des Berichts vermittelt, dass das Opfer Mitschuld an der Tat hatte. Es war Mord, das Opfer trifft keine Schuld!

(Quelle)

KRONE

19.04.2020

Hier wird vermittelt, dass der Täter aus Liebe gehandelt hat. Aber man tötet nicht aus Liebe! Das Opfer trifft keine Schuld.

(Quelle)

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HEUTE

24.07.2020

In diesem Artikel wird vermittelt, dass der Ausfall einer Pflegekraft die Tötung seiner Mutter und seiner Lebensgefährtin entschuldigt. Mord ist durch nichts zu rechtfertigen. Die Opfer tragen keine Schuld!

(Quelle)

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KLEINE ZEITUNG

28.07.2020

Ein “Beziehungsstreit” ist keine Rechtfertigung für Mord – Begriffe wie dieser verharmlosen das Geschehene, lassen es als unvermeidbar oder schicksalshaft erscheinen und geben dem Mordopfer eine Mitschuld. Ein Mord ist kein normaler Ausgang eines Beziehungsstreits!

(Quelle)

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OÖ NACHRICHTEN

06.06.2020

Belästigung, Vergewaltigung und Missbrauch sind keine Formen von Sexualität, sondern Formen von Gewalt. Sex hingegen passiert in beiderseitigem Einverständnis. Die Gewalt, die den Betroffenen widerfahren ist, wird durch den Begriff verharmlost.

(Quelle)

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OE24

23.07.2020

In diesem Titel wird vermittelt, dass die logische Folge der Überforderung eines Mannes (“Panik”) die Ermordung seiner Mutter und Lebensgefährtin ist. Damit wird die Tat des Mannes verharmlost und der Doppelmord gerechtfertigt

(Quelle)

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