JAHRESBERICHT 2025

2025 feierten wir zehn Jahre #aufstehn. Aber 2025 war nicht nur ein Jubiläumsjahr – es war das Jahr, in dem wir uns als Bewegung eine unbequeme Frage gestellt haben: Wie viel Zeit haben wir noch? Schließlich sind wir zu Beginn des Jahres haarscharf an einer von Rechtsextremen geführten Regierung vorbeigeschrammt. Das damals geleakte Verhandlungsprotokoll legte die geplanten Angriffe auf unsere Demokratie, unsere Rechte und unser Zusammenleben offen.

Geborgte Zeit heißt das Buch, das unsere Co-Geschäftsführerin Maria Mayrhofer infolgedessen 2025 veröffentlicht hat. Es beschreibt, wie Demokratien schwächer werden – schleichend, oft unbemerkt – und was das für die Zivilgesellschaft bedeutet. Aber auch, was wir als Bürger_innen jetzt tun sollten: Wir müssen unsere Demokratie stärken – indem wir Mitbestimmung einfordern und in ganz Österreich laut sind.

Und siehe da: Noch nie haben so viele Menschen Petitionen auf mein.aufstehn.at gestartet. Noch nie war unsere Community so groß. Mit über 450.000 Unterstützer_innen und 20 engagierten Teammitgliedern haben wir 2025 gezeigt: Wir sind überall. Wir sind stark. Und wir wollen unsere Zukunft gemeinsam gestalten.

Unser Impact 2025 in Zahlen:

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Petitionen auf mein #aufstehn
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Aufrufe in Sozialen Medien

Unsere Kampagnen-Highlights 2025

 

Gewaltschutz: Das Problem benennen

Femizide sind kein Zufall. Sie sind das Ergebnis von Strukturen, die Gewalt begünstigen – und einer öffentlichen Debatte, die zu oft die falschen Täter benennt. 2025 haben wir deshalb den Fokus auf die Täter von Frauenmorden gelegt. Wir haben das rassistische Narrativ des "gefährlichen Fremden" aktiv bekämpft und männliche Gewalt als gesellschaftliches Problem sichtbar gemacht – unter anderem mit:

  • Schwarmfinanzierten Plakatflächen in fast allen Landeshauptstädten.
  • Über 13.000 versendeten Stickern mit demselben Motiv.
  • Fotos in den Sozialen Medien mit über einer Million Aufrufen. Unser Femizid-Poster-Post haben über 620.000 Menschen gesehen.

 

Privates Waffenverbot: 95.000 Stimmen und ein verschärftes Gesetz

Als im Juni ein Schulattentat in Graz die Nation erschütterte, haben wir sofort reagiert: Mit unserer Petition für ein privates Waffenverbot sammelten wir knapp 95.000 Unterschriften und waren in allen großen Medien präsent. Die breite gesellschaftliche Debatte, zu der wir maßgeblich beigetragen haben, hat Wirkung gezeigt: Das Waffengesetz wurde erheblich verschärft. Ein klares Beispiel dafür, dass schnelles, entschlossenes Engagement den Unterschied machen kann. Mehr dazu...

 

Medienpolitik: Die Vierte Gewalt stärken

Unabhängige Medien sind das Rückgrat jeder Demokratie. 2025 haben wir uns intensiv für ihre Stärkung eingesetzt. Im Rahmen des Projekts "Acht Tische für die Vierte Gewalt" kamen Stakeholder_innen aus unterschiedlichsten Bereichen bei einer zweitägigen Konferenz zusammen – #aufstehn war Partnerorganisation. Dabei haben wir wichtige Forderungen eingebracht: neue Regeln für Medienförderung und Inserate, sowie für einen unabhängigen und transparenten ORF. 2026 wird ein entscheidendes Jahr für die österreichische Medienpolitik – und wir bleiben dran.

 

Leistbare Lebensmittel: 23.000 Stimmen gegen die Teuerung

Die Preise steigen, die Kaufkraft sinkt – und die FPÖ nutzt die Frustration, um zu polarisieren. Statt ihnen das Feld zu überlassen, haben wir mit über 23.000 Unterschriften einen Kassenbon symbolisch gefüllt und ihn gemeinsam mit Expert_innen zum Wirtschaftsministerium gebracht. Unsere Botschaft: Es gibt Lösungen. Die Medien berichteten, Maßnahmen wurden angekündigt. Mehr dazu...

 

"My Voice, My Choice": Auf dem Weg nach Brüssel

Als österreichische Trägerorganisation der Europäischen Bürgerinitiative für sichere Schwangerschaftsabbrüche haben wir 2025 einen wichtigen nächsten Schritt begleitet: Die über eine Million Unterschriften – davon mehr als 25.000 aus Österreich – wurden der EU-Kommission in Brüssel übergeben. Im Dezember hat das Europäische Parlament den Forderungen der Initiative seine Unterstützung ausgesprochen. Im März 2026 entscheidet die Kommission über konkrete Maßnahmen. Wir bleiben dran. Mehr dazu...

Wir machen Schlagzeilen!

… und machen Schlagzeilen!


Diese Petitionen haben engagierte Menschen auf mein.aufstehn.at gestartet:

2025 war ein Rekordjahr für unsere Petitionsplattform. Allein im Oktober wurden 61 neue Online-Petitionen gestartet – ein Jahreshoch. Die Menschen, die mein.aufstehn.at nutzen, sind entschlossen, Veränderung anzustoßen. Und wir unterstützen sie dabei: von der Erstellung der Petition über Tipps für die Verbreitung bis hin zu Medienarbeit und der Entwicklung von Aktionsideen. Darüber hinaus haben wir die lokale und regionale Vernetzung von Petitionsstarter_innen vorangetrieben und engagierte Initiativen entlang von Themen zusammengebracht. Eine Auswahl besonders bewegender Kampagnen:

Oberösterreich bekommt eine Gewaltambulanz!

Mit ihrer Petition hat die Juristin Didem Wenger den Gewaltschutz in Oberösterreich maßgeblich vorangetrieben. Nach monatelangem Engagement und mehr als 10.000 Unterstützer_innen wurde in Linz die erste Gewaltambulanz des Bundeslandes errichtet – ein wichtiger Schritt für besseren Schutz von Gewaltbetroffenen. Weiterlesen…

 

Pflege als Schwerarbeit anerkannt!

Seit fast drei Jahren setzt sich die diplomierte Krankenpflegerin Carolin Astner mit ihrer Petition dafür ein, dass Pflegearbeit als Schwerarbeit anerkannt wird. Fast 200.000 Menschen unterstützen ihre Forderung. Nach einem Termin bei Sozialministerin Korinna Schumann kündigte diese die Umsetzung der Maßnahme an. Ein historischer Erfolg für Carolin, für tausende Pflegekräfte in Österreich und für die Zivilgesellschaft. Weiterlesen...

 

Gemeinsam gegen Kürzungen beim Sozialstaat

Suchthilfe, Hebammenberatung, Jugendzentren: Wo Hilfe am dringendsten gebraucht wird, setzen Bund und Länder den Sparstift an. Mehrere Initiativen haben mit Petitionen auf geplante Einschnitte im Sozialstaat aufmerksam gemacht. Sie machen deutlich, dass Kürzungen bei sozialer Unterstützung vor allem jene treffen, die ohnehin besonders belastet sind. Die breite Unterstützung zeigt, wie groß die Sorge über diese Entwicklungen ist und wie wichtig soziale Sicherheit für viele Menschen bleibt. Weiterlesen…

 

Schutz vor verbaler sexueller Belästigung

Der Grazer Frauenrat fordert mit seiner Petition, sogenanntes Catcalling zu stoppen. Mit einer Plakat-Aktion machte die Initiative das Thema in der Öffentlichkeit sichtbar. Das Engagement führte zu einem Termin im Frauenministerium – ein Gespräch, das durch die Unterstützung der zehntausenden Menschen erst möglich wurde. Der Grazer Frauenrat setzt sich weiterhin für die Umsetzung der Forderung ein. Jetzt Petition unterzeichnen!


Wer steckte 2025 hinter #aufstehn?

Die wahre Kraft von #aufstehn sind die mehr als 450.000 Menschen unserer stetig wachsenden Community, die mit ihrer Stimme, ihrem Engagement und ihren Aktionen den Unterschied machen – auf lokaler Ebene und österreichweit. Sie sind es, die Petitionen starten, Unterschriften sammeln, Nachbar_innen überzeugen und bei Aktionen sichtbar werden. Unser Team koordiniert, unterstützt und verstärkt diese Energie: Maria, Johanna, Raoul, Philine, Laura, Flora, Christian, Leonie, Mirjam, Prince, Magdalena, Fatima, Jana, Julia, Moritz, Viola, Michael, Josi, Philipp und Angi arbeiten täglich daran, eure Anliegen strategisch zu kanalisieren und ihnen Gehör zu verschaffen – sei es in den Medien, im öffentlichen Diskurs oder direkt bei politischen Entscheidungsträger_innen.

Mehr über die Menschen hinter #aufstehn erfährst du hier.

Wie sich unsere Arbeit finanziert?

Schnelle Antwort: durch dich!
Wir finanzieren unsere Arbeit zum überwiegenden Teil aus Kleinspenden und regelmäßigen monatlichen Förderbeiträgen von Menschen wie dir.

Woher unser Geld kommt…

 

Die Stärke von #aufstehn liegt in unserer Unabhängigkeit – und diese verdanken wir der breiten finanziellen Unterstützung durch Menschen wie dich.

Wir nehmen keine Gelder von Konzernen oder staatliche Förderungen an, sondern finanzieren uns durch Spenden aus unserer Community. Schwarmfinanzierung macht uns frei in unseren Entscheidungen und robust gegenüber Einmischung oder Angriffen.

Viele Menschen unterstützen uns punktuell für konkrete Projekte – etwa Plakatkampagnen oder Aktionen. Andere entscheiden sich dafür, uns regelmäßig zu spenden. Monatliche Förderbeiträge sind uns besonders wichtig: Sie schaffen die Grundlage für unsere kontinuierliche Arbeit.

Mit jeder einzelnen Unterstützung wächst ein Netzwerk von Menschen, die nicht nur zuschauen, sondern aktiv werden. Je mehr Personen uns unterstützen, desto schlagkräftiger können wir für unsere gemeinsamen Werte eintreten und Veränderung vorantreiben.

Kannst auch du dir vorstellen, unser #aufstehn mit einer monatlichen Spende zu ermöglichen?

So setzen wir Spenden ein...

Uns ist bewusst: Mit jeder Spende setzen Engagierte ihr Vertrauen in #aufstehn, Veränderung voranzutreiben. Deshalb achten wir besonders darauf, Verwaltung und Bürokratie minimal zu halten, damit der Großteil unserer Mittel direkt in die Kampagnen und Aktionen fließt. Wir setzen vor allem auf digitale Werkzeuge, um möglichst effizient viele Menschen zu erreichen.

Unser Team aus zwanzig engagierten Mitarbeiter_innen (einer karenziert, acht in Vollzeit und elf in Teilzeit, Stand 31.12.2025) hat im vergangenen Jahr mit begrenzten Mitteln beeindruckende Ergebnisse erzielt: Dutzende Kampagnen wurden umgesetzt, viele davon mit messbaren Erfolgen und konkreten gesellschaftlichen Veränderungen.

Ohne dich geht es nicht

Zehn Jahre #aufstehn – das sind zehn Jahre geteilte Überzeugungen, gemeinsame Erfolge, aber auch Rückschläge. Und ein klares Versprechen: Wir machen weiter.

Denn in einer Zeit, in der demokratische Spielregeln unter Druck geraten, wächst auch der Gegenwind. Unsere Arbeit stößt nicht überall auf Zustimmung – immer wieder sehen wir uns mit Anfeindungen und gezielten Angriffen konfrontiert. Gerade deshalb ist eine starke Zivilgesellschaft so wichtig. Was uns trägt, ist deine Unterstützung. Sie macht uns unabhängig und gibt uns die Kraft, standzuhalten und klar Position zu beziehen. Die monatlichen Förderbeiträge unserer Community geben uns die notwendige Planungssicherheit, um langfristig zu arbeiten und auch in schwierigen Momenten handlungsfähig zu bleiben. Aktuell unterstützt uns rund 1 Prozent unserer Community regelmäßig mit einer monatlichen Spende.

Werde auch du Teil dieser Bewegung – und steh mit uns für Veränderung auf.